

Prüfung bis M64 und 25 000 Nm
Einer der weltweit größten Schrauben-Prüfstände tut seit kurzem in Mannheim Dienst. Karl Berrang, Spezialist für mechanische Verbindungstechnik, komplettiert damit sein entwicklungstechnisches Labor und deckt nun die komplette Spanne von Schrauben zwischen M2,5 und M64 ab. Hersteller der Prüftechnik ist die Remscheider Schatz AG.
Ausgangspunkt für die Anschaffung sei die Nachfrage von Anwendern großer Schrauben gewesen, berichtet Geschäftsführer Bernhard Berrang. Das Gerät fülle eine Informationslücke: „Ohne dass der Kunde selber in solch eine Technik investieren muss, kann er seine Produktion umfassend absichern.“ Die Ausweitung der Prüfungsmöglichkeiten sei insoweit von Bedeutung, als dass sein Unternehmen Kunden und Branchen mit speziellen Anforderungen bediene. Stark vertreten seien die Automobilbranche, der Nutzfahrzeug- sowie Maschinenbau. Aber auch Marktführer aus Luftfahrt, Medizin- und Elektrotechnik würden von den elf Standorten des international rührigen Unternehmens regelmäßig beliefert.
Entwickelt und hergestellt wurde der neue Prüfstand bei der Remscheider Schatz AG. Wie deren Projektleiter Christoph Otto erläutert, werden zur Analyse von Schrauben und Muttern bis M64 Laborsysteme gebraucht, die Drehmomente bis 25 000 Nm erzeugen und Vorspannkräfte bis 2500 kN messen können. Das Laborsystem seines Hauses erfülle diese Vorgaben und mache die ebenso schnelle und genaue Analyse von Verbindungselementen möglich. So lieferten die Messverläufe Hinweise auf das Verhalten von Schrauben während der Montage.
Offen für Cluster und Hochschulen
Analysen sind für Berrang unverzichtbar, denn die Anwendungsberatung hat sich zu einer festen Größe im Angebot entwickelt. Das Mannheimer Unternehmen positioniert sich als Partner für technische Fragen und will sich damit vom klassischen traditionellen Lieferanten abheben. Intensive Beratung während der Entwicklungsphasen der Kunden soll die Grundlagen für die Auswahl und Verwendung von Normteilen oder die Festlegung von Zeichnungsteilen schaffen. Die Abläufe sind so simpel wie griffig: Gemeinsam mit dem Kunden wird eine Lösung für seine Aufgaben entwickelt. Dabei werden die späteren Lieferanten mit einbezogen. Die Abteilung Technik ist von Anfang an der Entwicklung, Optimierung und Qualitätsplanung beteiligt. Solche Beratung setzt voraus, dass moderne Prüftechnik zur Verfügung steht. Bei der Einrichtung hatte Berrang sich daher auf spezielle Prüfungen konzentriert, die bei externen Entwicklungs- und Prüflabors nicht eingekauft werden können. Bei gängigen Tests arbeitet das Unternehmen dagegen mit ausgewählten Partnern zusammen.
Die Stärken des Berrang’schen Prüflabors sind indes nicht nur Kunden vertraut. Auch Drittunternehmen wie die Kaiserslauterer Commercial Vehicle Cluster Nutzfahrzeug GmbH nutzte die Mannheimer Prüftechnik. Deren Geschäftsführerin Barbara Jörg verweist auf die Bedeutung der engen Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft. Allein derart lasse sich fortlaufende Qualifizierung und Weiterentwicklung in der Branche erreichen – ein Hinweis, den Berrang bereits aufgegriffen hat. Die Schrauben-Prüfstände werden in Kooperation mit Hochschulen zur Unterstützung von Diplomarbeiten genutzt.
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